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Nahrungsergänzung durch L-Tryptophan und 5-HTP

Serotonin und Panikattacken

Die Wirkung von L-Tryptophan wird oft als stimmungsaufhellend, beruhigend und gewichtsreduzierend beschrieben. Die stimmungsaufhellende Wirkung von L-Tryptophan beruht dabei vermutlich auf der Tatsache, dass es im menschlichen Körper zu Serotonin umgewandelt wird. Es wird angenommen, dass durch einen erhöhten Serotoninspiegel die Stimmung aufgehellt und Depressionen gelindert werden können.

Der Spiegel von L-Tryptophan im Gehirn ist nicht beliebig durch Verzehr entsprechend eiweißhaltiger Nahrung einstellbar, denn L-Tryptophan konkurriert mit fünf anderen Aminosäuren an der Blut-Hirn-Schranke um das Eindringen in die Nährflüssigkeit des Gehirns. 

Dennoch lässt sich durch Nahrungsaufnahme der L-Tryptophanspiegel heben, indem man Kohlenhydrate zu einer eiweißreichen Mahlzeit verzehrt. Durch einen erhöhten Insulinspiegel werden die verzweigtkettigen Aminosäuren vorzugsweise von den Muskeln des Körpers aufgenommen. Steigern lässt sich dieser Effekt durch verstärkten Verbrauch von Kohlehydraten durch die Muskulatur, sprich durch intensive Bewegung über einen längeren Zeitraum. Sind die Glykogenspeicher in der Muskulatur erschöpft, werden bei der Versorgung der Muskeln die anderen Aminosäuren vorwiegend dort verbaut und konkurrieren dann nicht mit dem L-Tryptophan an der Blut-Hirn-Schranke.


Bei Serotoninmangel kann statt L-Tryptophan auch 5-Hydroxytryptophan eingenommen werden. Im Gegensatz zu seiner chemischen Vorstufe L-Tryptophan hat es keine nennenswerten anderen Stoffwechselwege, wird also vollständig zu Serotonin umgesetzt. Zudem läuft die Umsetzung von 5-HTP zu Serotonin wesentlich schneller ab als die von L-Tryptophan zu 5-HTP. Aus diesen beiden Gründen ist die Wirkung von 5-HTP auf den Serotoninhaushalt schneller und stärker als bei L-Tryptophan.


Die "Inka-Kost" als natürlichste Variante

Wer es noch etwas natürlicher mag, kann auch statt dessen sein L-Tryptophan gezielt mit einem kleinen Trick und der sogenannten "Inkakost" aufnehmen. Dabei wird gemahlener Amaranth und Quinoa auf nüchternen Magen (z.B. morgens) mindestens eine halbe Stunde vor sonstiger Nahrung mit einem Glas Wasser verzehrt. Damit bewirken wir einerseits eine hohe Verfügbarkeit von L-Tryptophan an der Blut-Hirn-Schranke bei gleichzeitiger Abwesenheit von konkurrierenden Aminosäuren und erhalten damit eine maximale Verfügbarkeit von L-Tryptophan im Gehirn mit der Folge vermehrter Serotoninbildung.

Kleiner Nachteil dieses Spezialkost: Amaranth schmeckt pur wie ein modriger Keller und Quinoa nicht viel besser. Selbst wenn man intensiv schmeckende Basisgetränke wie Tomaten- oder Fruchtsaft wählt, ist der Geschmack recht gemein. Am besten geht es meiner Meinung nach noch mit Pfefferminztee. Eiweißhaltige Getränke, also z.B. Milch, solltest du übrigens nicht verwenden, weil damit wieder die Konkurrenz um die Carrierproteine entsteht.



Gegenanzeigen

Bei gleichzeitiger Anwendung von 5-HTP mit anderen Arzneistoffen mit Wirkung auf das Serotoninsystem, wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie zumindest theoretisch MAO-Hemmer und trizyklische Antidepressiva, besteht die Gefahr eines sogenannten Serotonin-Syndroms. 5-HTP darf daher nicht zusätzlich zu diesen Medikamenten eingenommen werden.

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